Gabel

Fa003860474

Die Fahrradgabel ist seit 100 Jahren beinahe unverändert in ihrer Grundkonzeption. Sie nimmt das Vorderrad auf und besitzt eine drehbare Lagerung im Steuerrohr. Dadurch wird es dem Radfahrer ermöglicht, Lenkbewegungen durchzuführen. Die Fahrradgabel bestimmt durch ihre geometrische Anordnung am Fahrrad über den individuellen Steuerwinkel sowie die Vorbiegung der Gabel auch den Nachlauf. Daraus ergeben sich die Fahreigenschaften eines Fahrrads.

Die Gabel muss hohen Belastungen standhalten, da sie mehreren hohen Kräften ausgesetzt ist. Aufgrund dieser hohen Belastungen geht man immer mehr dazu über, den Durchmesser der Gabelschäfte von früher 25,4 mm (1 Zoll) auf 28,6 mm (1 1/8 Zoll) zu erhöhen. Am Mountainbike setzt sich aktuell eine Mischung aus 1,5 Zoll an der Gabelkrone auf 11/8 Zoll durch (Tapered). Durch diese Maßnahme erhält die Gabel mehr Steifigkeit und eine höhere Bruchfestigkeit. Zur Reduzierung der Biegespannungen, die beim Bremsen entstehen, besitzt der Gabelschaft im unteren Bereich zusätzlich eine größere Wandstärke.

Aufbau der Fahrradgabel

Die Vorderradgabel ist eine Komponente des Steuersystems. Eine klassische Fahrradgabel wirdaus Stahl und Aluminium gefertigt. Aus Carbon gefertigte Fahrradgabeln werden vorwiegend nur im Rennbereich eingesetzt, da sie zwischen 100 und 300 Gramm leichter sind als eine herkömmliche Fahrradgabel. Die Fahrradgabel besteht aus folgenden Komponenten, die durch Schweißen, Löten oder Kleben miteinander verbunden werden:

Gabelbeine

Die Gabelbeine bilden die Verbindungzwischen Ausfallenden und Gabelkopf. Sie sind im oberen Bereich längsoval und verjüngen sich in Richtung Ausfallenden. Je weiter unten die Vorbiegung angesetzt ist, umso besser werden Fahrbahnstöße abgepuffert. Je gerader die Gabelbeine sind, umso schlechter ist die Aufnahme von durch Unebenheiten bedingten Stößen. Bei hochwertigen Tourenrädern sind auf den Gabelbeinen Befestigungsösen fürLowrider (Gepäckträger für die Vorderradmontage) angebracht.

Ausfallenden

Die Ausfallenden dienen der Aufnahme des Vorderrads. Bei Rädern mit Nabenbremsen müssen spezielle Ausfallenden verwendet werden, die mit "N" gekennzeichnet sind. Nur diese Ausfallenden sind in der Lage, die entsprechenden Bremsmomente problemlosaufzunehmen.

Gabelkopf

Der Gabelkopf wird entweder mit einer Außenmuffe oder einer Innenmuffe mit dem Gabelkopf verbunden. Bei modernen Gabeln wird oft auf den Gabelkopf verzichtet. Anstatt des Gabelkopfs werden die Gabelbeine im oberen Bereich zusammengefügt und verstärkt und mit dem Gabelschaft direkt verbunden.

Gabelschaft

Der Gabelschaft stelltdie Verbindung zwischen Gabelbeinen und Vorbau her und nimmt den Gabelkonus des Steuersatzes auf. Abhängig vom verwendeten Steuersatz wird der Gabelschaft mit oder ohne Steuersatzgewinde hergestellt. Vor allem die modernen Ahead-Vorbauten machen das Steuersatzgewinde überflüssig. Vorteil des entfallenden Gewindes ist eine höhere Steifigkeit und geringere Bruchgefährdung.

Die Gabelbeinedienen auch als Träger für unterschiedliche Befestigungsvorrichtungen. Dies sind zum Beispiel die Halter des Seitendynamos oder die Befestigungsösen für den Bremsanker von Trommelbremsen.



Verwandte Artikel: