Rennrad

Rennrad

Das Rennrad wurde extra zu dem Zweck konstruiert, um beim Fahren höchstmögliche Geschwindigkeiten zu erzielen. Von der kontinuierlichen Entwicklung bei Rahmen, Schaltungen und Bremssystemen profitierten auch alle andere Fahrradtypen. Ein Rennrad besitzt weder Gepäckträger, Schutzbleche und Lichtanlagen und ist als Rennausführung nicht für den öffentlichen Straßenverkehr geeignet.

DasGewicht eines Rennrades liegt zwischen 6 und 9 kg, wobei das Mindestgewicht für Rennräder, die an Rennen teilnehmen, laut UCI bei mindestens 6,8 kg liegen müssen. Dadurch wird ein Wettbewerbsvorteil durch technisches Wettrüsten, den große Radsportverbände oder Sportler mit exklusiven Sponsoringverträgen besitzen, ausgeglichen.

Der Rennradrahmen

Die Rahmenform des Rennradsist der klassische Diamantrahmen mit seiner dreieckigen Form. Dies gilt laut UCI für alle Rennräder, die in den unterschiedlichen Disziplinen gefahren werden. Eine Ausnahme davon bilden Disziplinen wie zum Beispiel Triathlon, die außerhalb des UCI Reglements liegen. Hier sind freie Konstruktionen akzeptiert.

Ein Rennradrahmen kann aus Stahl, Aluminium, Carbon oder Titan bestehen. Keinesdieser Materialien besitzt nach dem neuesten Kenntnisstand nur Vorteile oder nur Nachteile. Wird zum Beispiel ein extrem leichtes Material verwendet, ist oft die Steifigkeit von Lenkkopf und Tretlager herabgesetzt. Dadurch sinken Fahrsicherheit sowie die Tritteffizienz. Der Rahmen aus Leichtmaterial besitzt zwar ein geringeres Gewicht als ein Rahmen aus Stahl, lässt aber die Stabilität vermissen,die für effizientes Fahren und situationsbedingte Fahrsicherheit (beispielsweise steile Abfahrten) nötig ist.

Die nachfolgende Aufzählung zeigt die diskutierten Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Rahmenmaterialien auf.

Stahl

- Vorteil: preiswert, Eigenfederung, Rahmenbruch bedeutet nicht unbedingt Ende der Weiterfahrt, Technik ist erprobt

- Nachteil:komplizierte Produktion von hochfesten und dünnwandigen Rohren, Korrosion

Aluminium

- Vorteil: preiswertes Material, erprobte Massenfertigung

- Nachteil: wenig Toleranz gegen Beschädigungen, erhöhtes Risiko einer Spannungsrisskorrosion, kerbempfindlich, ökologisch fragwürdig

Karbon (kohlenstoffverstärkter Kunststoff)

- Vorteil: geringes Gewicht, keineKorrosionsgefahr, stoßdämpfend

- Nachteil: teure Produktion, kann nicht repariert werden, schlagempfindlich, punktuelle Belastung ist problematisch, nicht sichtbare Beschädigungen können unerwartet zu Brüchen führen

Titan

- Vorteil: keine Korrosion, sehr geringes Gewicht

- Nachteil: komplizierte und teure Produktion, geringe Rahmensteifigkeit, nicht über längereZeiträume durchgehend belastbar

Der Radstand eines Rennrades beträgt bei einer Rahmenhöhe von 51 bis 64 cm zwischen 940 und 1070 mm. Vor allem im professionellen Rennsport werden Rahmen genau auf das Körpermaß des Radfahrers angepasst, um die optimalste Sitzhaltung und Übertragung der Kräfte zu ermöglichen. Mit speziellen Berechnungsformeln kann ein Rahmen individuell an die Körpermaßeeines Menschen angepasst werden.

Felgen und Bereifung eines Rennrads

Felgen und Reifen eines Rennrads sind sehr schmal und auch entsprechend empfindlich gegen größere Bodenunebenheiten. Die üblichen Laufräder eines Rennrads haben einen Durchmesser von 622 mm, also 28 Zoll. Die Breite des Reifens liegt zwischen 22,6 mm und 25,6 mm. Während früher Schlauchreifen verwendetwurden, werden diese immer mehr durch Drahtreifen oder den noch komfortableren Faltreifen, ersetzt. Faltreifen besitzen anstelle der Drahtverstärkung eine Verstärkung mit Kevlar und gehören zu den hochwertigen Reifen.

Um den Luftwiderstand so weit wie möglich zu reduzieren, werden heute Hochprofilfelgen eingesetzt. Diese weisen eine besonders gute Steifigkeit aus, sind jedoch etwasschwerer als die alten Kastenfelgen mit Rechteckprofil. Aber auch Scheibenräder werden teilweise eingesetzt. Der Vorteil der Wirkung dieser Räder ist jedoch erst ab einer Geschwindigkeit ab 40 km/h messbar.

Lenkung und Bremsen beim Rennrad

Der Bügellenker beim Rennrad ist so konzipiert, dass er mehrere Griffpositionen ermöglicht und darf maximal 50 cm breit sein. Da derLenker jedoch auf die Schulterbreite des Fahrers abgestimmt wird, ist er in den meisten Fällen ungefähr 45 cm breit. Spezielle Lenkeraufsätze ermöglichen das Aufstützen der Unterarme und bringen aerodynamische Vorteile.

Vor allem bei Straßenrennen werden vorwiegend mechanische Felgenbremsen eingesetzt, da andere Bremssysteme keine Vorteile bringen.

Schaltung einesRennrades

Die Schaltung ist bei Rennrädern immer eine Kettenschaltung mit 2 x 10 oder 2 x 11 Gängen im Profibereich. Im Freizeitbereich werden auch 3 Kettenblätter vorne und 8 bis 10 Zahnkränze hinten verwendet. Standard sind immer noch 2 Kettenblätter, da sie einfacher und vor allem effizienter zu schalten sind, als 3 Kettenblätter, die einen zusätzlichen Schalthebel erfordern.



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