Fahrrad

Fahrrad geschichte

Ein Fahrrad ist ein in der Regel zweirädriges, einspuriges Landfahrzeug, das durch Muskelkraft angetrieben wird.

Das Fahrrad - Geschichte und Gegenwart

Die Entwicklung des modernen Fahrrads von seinen Anfängen an mutet teilweise kurios an, wenn man die unterschiedlichen Entwicklungsschritte genauer betrachtet. Der Weg vom ersten Fahrrad im Jahr 1820 bis zur Vielfaltan unterschiedlichen Modellen mit verschiedensten Techniken war nicht nur lang, sondern geprägt von großer Kreativität.

Das erste Fahrrad - Ein Laufrad

Das erste Fahrrad, das in seiner Form bereits den heute verwendeten Fahrrädern ähnelte, war die 1820 von Karl Drais entwickelte Holzdraisine. Dieses Modell basierte bereits auf dem Zweiradprinzip. Es besaß jedoch nochkeine Antriebsmöglichkeiten, sondern war ein sogenanntes Laufrad. Bei diesem saß der Fahrer auf einer Art Sattel und bewegte das Fahrrad durch Abstoßen der Beine vom Boden vorwärts.

Durch die Lenkbarkeit des Vorderrads besaßen die Fahrer erstmals die Möglichkeit, das Gleichgewicht auf dem Fahrrad zu halten. Gleichzeitig nutzte Drais die stabilisierenden Kreiselkräfte der Räder aus. DieseHolzdraisine war die erste Fortbewegungsmöglichkeit über Körperantrieb alternativ zum Gehen oder Laufen. Diese eisernen Laufräder erhielten schnell eine verhältnismäßig große Beliebtheit in England und wurden als "hobby horse" bezeichnet, womit das Steckenpferd gemeint war. Die ersten Laufradrennen wurden bereits 1819, zwei Jahre nach Erfindung dieses Velozipede, in Ipswich gestartet. Und auchheute noch sieht man das Laufrad noch: und zwar als Kinderräder.

Entwicklung des Antriebes

Nachdem das Laufrad mit großem Erfolg angenommen wurde, begann die technische Weiterentwicklung. Antriebe und Rahmen wurden immer weiterentwickelt. Vor allem bei den Antrieben gab es aus heutiger Sicht kuriose Antriebsvarianten wie beispielsweise den Schubstockantrieb. Dabei stießsich der Fahrer mit zwei über einen Mechanismus verbundenen Stöcken wie beim Langlaufen vom Boden ab und lenkte das Fahrrad mit den Füßen, die am Vorderrad auflagen.

Mitte der 1860er-Jahre wurde der indirekte Antrieb über Tretkurbeln am Vorderrad in den USA erfunden. Ob die Erfindung zuerst von Pierre Lallement oder von Schleifstein gemacht wurde, ist bis heute nicht geklärt. In diesenZeitraum fällt auch die Erfindung des Hochrads, mit dem man schneller vorwärts kommen wollte. Aufgrund der zahlreichen tödlichen Stürze wurde das Fahren des Hochrads in manchen Städten jedoch sogar verboten und die Hochrad-Ära dauerte nur kurz an. Das Hochrad war jedoch die Basis der Erfindung von gespannten und zugbelasteten Speichen, die nun in zukünftige Modelle eingesetztwurden.

Entwicklungsschub des Fahrrades

Vor allem in den 1870er- und 1880er-Jahren kam es sozusagen zu aufeinanderfolgenden Innovationen beim Fahrrad. Der erste Hinterradantrieb mit Kurbelstangen wurde erfunden und eingesetzt. Kurz darauf folgte der erste Kettenantrieb. Gleichzeitig wurde auch die Rahmenform durchdacht und der noch heute verwendete Diamantrahmenentstand. Diese Zeit war sozusagen die Hauptentwicklungszeit, die unter Beachtung von physikalischen Gesetzen und technischem Verständnis modernste Technik entwickelten. Dadurch wurde das Fahren mit dem Fahrrad nicht nur weniger anstrengend, sondern auch um ein Vielfaches sicherer.

Mit der Entwicklung der Diamantrahmen, die nun anstelle der vorher verwendeten Kreuzrahmen vermehrt verwendetwurden, kam es gleichzeitig auch zu innovativen Änderungen bei den Antrieben. Interessant war auch die 1892 erfundene Zwischenlösung des Fahrrads Svea, der Gebrüder Ljungström. Da es zu dieser Zeit noch technologisch problematisch war, Fahrradketten zu produzieren, wurden anstelle von Hinterradritzel und Fahrradkette Klavierdraht und Exzenter als Antrieb genutzt. Zehn Jahre später konnten dieersten Fahrradketten produziert werden, die als Antriebsmittel immer noch konkurrenzlos sind.

Nun ging es nur mehr darum, die Antriebe und andere Bauteile des Fahrrads zu optimieren und weiter zu entwickeln. Denn das Grundkonzept Fahrrad war sozusagen fertig. Nahtlose Stahlrohre für den Rahmen gab es bereits seit 1885; patentiert durch Mannesmann. Diese Stahlrohre wurden noch bis vor kurzerZeit verwendet. Trotz der Beliebtheit der modernen kohlefaserverstärkten Kunststoffrohre werden diese Stahlrohre auch heute noch in bestimmten Bereichen verwendet. 1888 kam der Luftreifen in verbesserter Form zum Einsatz, die erst durch Radrennen ihren Durchbruch feiern konnten. Mit der Torpedo Freilaufnabe von Fichtel & Sachs wurde auch die Basis für effiziente Antriebe gelegt.

ImAntriebsbereich waren um die Jahrhundertwende Fichtel & Sachs wegweisend. 1907 kamen die ersten Nabenschaltungen auf den Markt, bei denen Planetengetriebe eingebaut wurden. Aber auch die Kettenschaltung, deren Erfinder die Gebrüder Nieddu waren, war auf dem Vormarsch und konnte durch Campagnolo und der Erfindung der Schnellspannnabe 1930 den ersten Durchbruch erzielen.

Von nun an wurdenFahrradrahmen, Vorbauten, Lenker und Laufräder immer weiter entwickelt. Die Lager wurden immer hochwertiger, die unterschiedlichen Schaltungen immer feiner differenziert. Vor allem im Schaltungsbereich sind die drei großen Spezialisten Shimano, Campagnolo und Rohloff jedem Radfahrer ein Begriff.

Ein wichtiger Schritt im sicherheitstechnischen Bereich des Fahrrads erfolgte um dieJahrtausendwende. Durch die Erfindung leichtläufiger Nabendynamos und leistungsstarken Scheinwerfern und Rücklichtern, die Leuchtdioden besitzen, kam eine wartungsarme und komfortable sowie lichtstarke Beleuchtung auf den Markt.

Das Fahrrad heute

Das Fahrrad von heute in seiner Vielfalt ist ein wahres Hightech-Gerät, das Sicherheit, Komfort und kräftesparendeFortbewegung bietet. Aber auch weiterhin wird daran geforscht und entwickelt, die Rahmen noch leichter und sicherer zu machen. Die Federung und Dämpfung weiter zu optimieren. Und die Laufeigenschaften der Laufräder weiter zu verbessern.



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