Steckachse

Steckachsen

Allgemeines zur Steckachse

Vor allem bei Mountainbikes und BMX Rädern werden Steckachsen verwendet. Sie dienen als stabile Alternative zu herkömmlichen Schnellspann-Systemen. Zwischenzeitlich wurden jedoch auch Steckachssysteme mit Schnellspannern entwickelt, die sich gut durchsetzen konnten.

Durch Steckachsen erhält ein Laufrad eine höhere Steifigkeit. Gleichzeitigwird ein Verschieben des Laufrads in den Ausfallenden verhindert. Weitere Vorteile von Steckachsen liegen darin, dass Demontage und Montage der Laufräder zügig erfolgen kann.

Die Steckachsen für vorderes und hinteres Laufrad weisen unterschiedliche Achsdurchmesser auf. Die Einbaubreiten liegen zwischen 135 bis 160 mm. Bei der Umrüstung eines Fahrrads von herkömmlichen Achsen aufSteckachsen werden dafür geeignete Ausfallenden oder Achsaufnahmen der Gabel benötigt.

Steckachse am Vorderrad

Im ersten Schritt sollte erwähnt werden, dass die Steckachse kein Bestandteil der Nabe ist, sondern ein Bestandteil der Gabel. Dies ist auch mit ein Grund, warum die Steckachsen eines Herstellers in vielen Fällen nicht kompatibel sind mit der Gabeleines anderen Herstellers.

Eine wichtige Funktion der Steckachse im Vorderrad besteht in dem Ziel, eine höhere Steifigkeit der Gabel durch die Steckachse zu erreichen. Ursprünglich wurden 20mm-Steckachsen mit einer Einbaubreite von 110 mm nur im Downhill-Bereich angewandt. Heute werden jedoch auch Räder, die tourentauglich sind, mit Steckachsen ausgerüstet. Die ursprünglichen Steckachsenwurden mit Schrauben an den Ausfallenden geklemmt und über das Gewinde axial mit der Nabe verspannt. Um einen Ausbau des Vorderrads werkzeuglos und schneller bewerkstelligen zu können, wurden innovative Schnellspannsysteme entwickelt, die sich gut durchsetzen konnten.

Die bekanntesten Systeme sind die Achsen von Rock Shox mit der Rock Shox Maxle Achse normal und in der Ausführung lightsowie die von Shimano und Fox Racing Shox entwickelten 15 mm-Standards mit einer Einbaubreite von 100 mm und sehr geringem Gewicht.

Sonderlösungen mit speziellen Achsdurchmessern oder auch konischen Achsen als fester Bestandteil der Gabel werden von Herstellern wie Maverick, Hanebrink oder Cannondales gebaut.

Steckachse am Hinterrad

Wie beim Vorderrad wurdenauch beim Hinterrad Steckachsen im Downhillbereich eingesetzt. Ziel dieser Maßnahme war auch hier eine festere Verbindung der Ausfallenden und eine Erhöhung der Steifigkeit und der Stabilität des Hinterrads. Gab es zu Beginn unterschiedlichste Abmessungen bei den Steckachsen, entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Standard-Steckachse mit 12 mm Durchmesser und einer Einbaubreite von 150 mm. Durchdie größere Einbaubreite konnte die Positionierung der Nabenflansche etwas variiert werden, um die Steifigkeit des Hinterrads zusätzlich mit anderen Maßnahmen zu erhöhen.

Ein weiterer Grund für die Verbreiterung der Steckachse liegt darin, dass dickere Reifen, stabil ausgeführte Hinterbaulager und Kettenstreben sowie auch die Kettenführung für große Kettenblätter mehr Platz benötigen alsbei herkömmlichen Fahrrädern. Durch eine Verlängerung der Innenlagerachsen und gleichzeitiger Verlagerung von Kettenblättern und Kurbel kann dieser Platz geschaffen werden. Dies zieht jedoch auch eine Verschiebung der Kettenlinie nach außen nach sich. Um eine optimale Kettenlinie zu erhalten, muss nun auch das Ritzelpaket nach außen verschoben werden, indem eine größere Einbaubreite der hinterenSteckachse verwendet wurde. Die gängigste Kombination in solchen Fällen ist eine HR-Nabe mit 12 x 150 mm und ein Innenlagergehäuse mit 83 mm Breite.

Dieser DH-Standard konnte sich erfolgreich durchsetzen und wird heute durch Steckachsen mit 135 mm Einbaubreite und einem Durchmesser von 10 oder 12 mm ergänzt.

Aber wie immer: kein Vorteil ohne Nachteil. In diesem Fall war es diefehlende Führung der Achsenden. Bei der Montage mussten Rahmen und Laufrad entsprechend ausgerichtet werden, um die Steckachse einführen zu können. Dies führt vor allem bei Rennen im Falle einer Panne zu hohen Zeiteinbußen. Aber auch hier gab es verhältnismäßig schnell eine innovative Lösung.

Der Hersteller Syntace entwickelte ein System, das die Vorteile der Steifigkeit der Steckachse mitdem praktischen Handling des Schnellspanners vereinbaren konnte. Dieses System besitzt die Maße 12 x 142 mm. Dabei wird von einer Einbaubreite von 135 mm ausgegangen und an den Innenseiten der beiden Ausfallenden Nuten mit einer Tiefe von 3,5 mm angebracht. Anhand der Nuten gleiten die Achsenden automatisch an die korrekte Position. Da die Achsenden eine einheitliche Wandstärke aufweisen, fallendie Bohrungen von Ausfallenden und Nabe übereinander. Dadurch kann die Steckachse problemlos eingeführt werden.

Da bei diesem System weder ein Schnellspannhebel noch eine Rändelmutter störend im Weg sind, geht der Einbau des Rades wesentlich zügiger als bei üblichen Schnellspannsystemen. Um eine Umstellung von einem üblichen Schnellspanner mit 135 mm Einbaubreite auf dieses Systemunkompliziert zu ermöglichen, gibt es unterschiedliche Umrüst-Kits.



Verwandte Artikel: